Eine Stunde später. Und plötzlich normal.
- zack8667
- vor 1 Tag
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Heute Nacht werden wir wieder die Zeit umstellen. Ein faszinierender Vorgang: Nichts verändert sich ausser die Vereinbarung darüber, dass jetzt eine andere Zeit gilt.
Die Sonne hält sich nicht daran. Der Körper auch nicht. Aber das Handy und die Smartwatch schon. Und das reicht.
Um zwei Uhr wird es plötzlich drei. Eine Stunde verschwindet und niemand vermisst sie. Im Gegenteil: Wir akzeptieren das erstaunlich schnell.
Am nächsten Morgen laufen ein paar Millionen Menschen leicht neben der Spur, innerlich noch im Gestern, äusserlich schon im Morgen. Zwei, drei Tassen Kaffee mehr, die Gedanken kommen mit Verspätung an – aber offiziell ist alles ganz normal.
Man könnte sagen: eine gelungene Synchronisationsleistung. Was daran fast noch beeindruckender ist als die technische Umsetzung: Wir verschieben etwas Konstruiertes – und erleben es kurze Zeit später als selbstverständlich.
Nicht, weil es besonders logisch wäre. Sondern weil es so beschlossen wurde. Und weil wir erstaunlich gut darin sind, uns an neue Realitäten zu gewöhnen, solange sie uns in kleinen Häppchen und social-media-kompatibel aufgetischt werden.
Eine Stunde länger hell? Super!
Ein neuer Krieg im Nahen Osten? Easy!
Jahrestemperaturen wieder leicht höher? Hot!
Vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe der Sommerzeit: Dass sie uns zweimal im Jahr daran erinnert, wie mühelos wir uns an Dinge anpassen, die einfach so sind.
Ein kleiner Sprung in der Zeit, ein paar aufgeregte Social-Media-Posts und ein Holper im Biorhythmus.
Aber keine Sorge:
In ein paar Tagen fühlt es sich wieder völlig normal an.
Wie immer.




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